Boule – und die dazu passenden Taschen:
Staatsgefährdend, kein Spiel für das gemeine Volk – derartige Attribute wurden dem weltberühmten Boule in der Vergangenheit verpasst.
Und heute? Heute ist Boule ein weit verbreitetes und sehr beliebtes Spiel. Ein Spiel sowohl für Wettkampfsportler als auch für Freizeitspieler. Ein Spiel, das mit guter Ausrüstung noch mehr Spaß macht. Und dazu gehört auch die Boule-Tasche Petty.
Boule - Was ist das eigentlich?
Der französische Begriff „la boule“ bedeutet „die Kugel“ oder „der Ball“. Die Bezeichnung Boule steht allgemein für das weltberühmte französische Kugelspiel. Im Verlauf der Geschichte entstanden in den verschiedenen Regionen Frankreichs unterschiedliche Versionen des Boule-Spiels. Die einzelnen Versionen unterscheiden sich in Form und Material der verwendeten Wurfobjekte (Kugeln), der Größe und Beschaffenheit des Spielfeldes oder auch der Körperhaltung der teilnehmenden Spieler.
Die Boule-Spielvarianten
In der Bretagne spielt man beispielsweise mit Holzkugeln auf einem 4 x 22 m großen abgegrenzten Spielfeld. In der Loire dagegen verwendet man diskusartige Kugeln mit unterschiedlichem Gewicht auf einem seitlich begrenzten 35 m langen Spielareal. In der Gegend von Paris nutzt man ein 3,3 x 32 m großes fest gewalztes Spielfeld, dessen Seitenränder schräg ansteigen.
In der Region von Lyon entwickelte sich das so genannte Boule Lyonnaise mit einem Spielfeld von 4 x 27,5 m, das zusätzlich in einzelne Felder eingeteilt ist und dessen Boden speziell aufbereitet wird. Nach den Regeln des Boule Lyonnaise wurde 1894 das erste offizielle Boule-Turnier mit über 1.000 Teilnehmern ausgetragen. Diese Spielart hat ein recht kompliziertes Regelwerk und ist insgesamt sehr trainingsintensiv. In der Provence entwickelte sich eine weitere Form des Boule-Spiels, die dem Boule Lyonnaise sehr ähnlich ist, sich jedoch darin unterscheidet, dass beim so genannten Jeu Provencal mit Anlauf gespielt wird.
In La Ciotat entstand im Jahr 1910 schließlich die Boule-Variante Pétanque, die heutzutage überall in Frankreich und auch anderswo auf Plätzen und in Parks gespielt wird. Beim Pétanque gibt es ein auf 4x15 m begrenztes Spielfeld, dessen Untergrund jedoch nicht präpariert wird. Gespielt wird grundsätzlich mit geschlossenen Füßen, französisch „pieds tanqués“, woraus auch der Name dieser Spielart abgeleitet wurde.
Außer den hier erwähnten Spielarten haben sich noch zahlreiche weitere Varianten entwickelt, wie zum Beispiel das italienische Boccia, das englische Bowls oder das so genannte Crossboule, bei dem es kein festgelegtes Spielfeld gibt, sondern sich das Spiel im freien Raum fortbewegt.
Die historische Herkunft des Boule-Spiels
Im 5. Jahrhundert vor Christus empfahlen griechische Ärzte, wie zum Beispiel der weltberühmte Hippokrates, das Spielen mit Kugeln aus Stein, da dies eine körperliche Ertüchtigung sei, die die Muskulatur von Armen und Beinen stärkt, die Gelenke und die Wirbelsäule beweglich hält und auch sonst sehr förderlich sei.
Auch in der von den Römern beherrschten Zeit spielte man ein dem Boule ähnliches Spiel, bei dem zwei Spieler jeweils mit einer Steinkugel einen entfernt liegenden Ziegelstein zu treffen versuchten. Am Ende des Spiels musste der Verlierer den Sieger bis ins Ziel tragen. Dies beschreibt Julius Polux, der im 2. Jahrhundert nach Christus lebte.
Boule - Die wechselvolle Geschichte eines Kugel-Spiels
Im nachfolgenden Verlauf der Geschichte ist ein sehr zwiespältiges Verhalten gegenüber dem Boule-Spiel zu beobachten. Während es sich beim einfachen Volk großer Beliebtheit erfreut, stehen die Vertreter der herrschenden Klasse und der Kirche dem Spiel eher negativ gegenüber.
So verbietet der französische König Philipp V. im Jahr 1319 das Boule-Spielen, denn es galt als staatsgefährdend. Anstatt auf Straßen und Plätzen mit Kugeln zu spielen, sollten die Untertanen des Königs sich lieber für etwaige Kriegsdienste rüsten, indem sie sich im Fechten, im Werfen von Lanzen und Speeren sowie im Schießen mit dem Bogen oder der Armbrust übten. Fünf Jahrzehnte später erneuert Karl V. 1369 dieses Verbot.
In England untersagte König Edward III. gegen Ende des 14. Jahrhunderts allen Nichtadligen das Boule-Spielen. Auch seine Nachfolger hielten an diesem Verbot fest. Auch die Kirche ließ das Boule-Spielen vielerorts verbieten. So untersagte zum Beispiel im 14. Jahrhundert der Erzbischof von Tournay das Boule-Spielen im Alltag. Erlaubt war es nur an kirchlichen Feiertagen oder an Sonntagen nach dem Mittagessen. Auf der Pariser Synode von 1697 fasste man den Beschluss, allen Geistlichen das Spielen von Boule in der Öffentlichkeit oder in der Gegenwart von Weltlichen zu verbieten.
Auch aus wirtschaftlichen Gründen ging man gegen das Boule-Spiel vor. So wurde es im Jahr 1629 vom französischen Parlament verboten. Hintergrund war das Konkurrenzdenken der damaligen Zunft der Kunsthandwerker, die Absatzschwierigkeiten für ihre neumodischen Federballschläger und Federbälle fürchteten. Um die Boule-Konkurrenz in Schach zu halten, erwirkten sie einen gerichtlichen Beschluss, der dann zum Verbot des Boule-Spiels durch das französische Parlament führte.
Doch all diese Bestrebungen konnten letztendlich die Beliebtheit des Boule in Frankreich nicht schmälern. Entgegen aller Verbote wurde heimlich an versteckten Plätzen weitergespielt. Irgendwann erzwang sich das Boule-Spiel so viel Öffentlichkeit, dass zum Bespiel die Polizei von Lyon auf Anweisung des Bürgermeisters der Stadt im Jahr 1824 lediglich eine Verordnung erließ, die das Spielen auf den Hauptstraßen und den Verbindungsstraßen mit anderen Ortschaften untersagte.
Das Boule-Equipment
Wie zu jeder anderen Sportart gehört natürlich auch zum Boule die entsprechende Ausrüstung, zuallererst die entsprechenden Wurfgeräte, die Kugeln. Je nach Spielart sind diese aus Holz, Metall (meist Stahl) oder Kunststoff. Außerdem gibt es noch Messgeräte, Punktezähler und Magnete.
Ein ganz besonders wichtiges Detail der Ausrüstung ist die Aufbewahrung der Kugeln. Verwendet werden dafür Koffer, Köcher und Taschen. Viele Boule-Taschen werden aus Nylon gefertigt. Sie sind sehr leicht und strapazierfähig.
Hochwertigere Boule-Taschen werden aus Leder hergestellt. Die exklusivsten dieser Ledertaschen sind handgefertigt, wie zu Beispiel die Modelle mit dem Namen Pétty. Diese Boule-Taschen Petty gibt es aus Handschuhleder oder aus hochwertigem Sattelleder.
Alu-Gerüste